Dienstag, 4. August 2020, 19.30 Uhr, Kohlröserlhütte am Ödensee
Trutznachtigall
 

Vom Widerstand in Krisen.
Am Beispiel von Friedrich Spee von Langenfeld, Reinhold Schneider und Christoph Schlingensief. Eine Rede für Philipp Harnoncourt.

Mit Prof. Hubert Gaisbauer, Adelheid Picha und Ksch. Franz Robert Wagner

Renate Linortner, Flöte und Anna Mittermeier, Kontrabass 

Vor ungefähr 370 Jahren hat der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld seine berühmte Gedichtsammlung „Trutz-Nachtigal“ herausgegeben. Viele Liedtexte sind bis heute lebendig geblieben. Mutig hat sich der Priester auch gegen Hexenwahn und Folter gestellt, hat sich als Seelsorger um pestkranke Soldaten gekümmert und ist schließlich daran gestorben. Mit Poesie und aufopfernder Nächstenliebe
hat er gegen Unmenschlichkeit gekämpft.


Der Dichter Reinhold Schneider hat mit der Schrift „Der Tröster“, einem Essay über Friedrich Spee, auf die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus angespielt. Reinhold Schneider hat die politischen Krisen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - von den Wortführern geächtet - durchlitten. Seine persönliche Glaubenskrise hat zu dem legendären Buch „Winter in Wien“ geführt.


Vor zehn Jahren - am 21. August 2010 - ist der Film- und Aktionskünstler Christoph Schlingensief - kaum fünfzigjährig - gestorben. Im Jahr 2000 provozierte er Wien - unmittelbar neben der Staatsoper - mit der Container-Aktion „Ausländer raus“. In seinen Tagebüchern und in vielen Interviews bricht manchmal eine wüste Frömmigkeit auf, vor allem, wenn er - wie ein neuer Hiob - von Gott Rechenschaft für die Übel in der Welt und schließlich für seine tödliche Krankheit fordert. Bei seinen gerühmten und geschmähten Aufführungen beschimpfte er verständnislose Zuschauer als „Durchimmunisierte“, denen die rettende Erfahrung des Schmerzes fehle.


Schließlich soll an diesem Abend auch des Priesters und Theologen Philipp Harnoncourt gedacht werden, der viele Jahre mit „in der Arche“ am Grundlsee gewesen ist. Vor allem sei an seine Widerständigkeit gegen Oberflächlichkeit und Banalisierung erinnert.

Philipp Harnoncourt

Philipp Harnoncourt starb am 25. Mai im 90. Lebensjahr im Kreise seiner Familie. Der Begräbnisgottesdienst in Grundlsee fand im Garten des Hauses Meran statt. Er wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Harnoncourt erwarb sich hohes Ansehen durch seine Bemühungen um ökumenische Brückenschläge vor allem zur orthodoxen Kirche; lange Jahre engagierte er sich im Vorstand der ökumenischen Stiftung „Pro Oriente“. Philipp Harnoncourt gründete 1963 an der heutigen Kunstuniversität Graz die Abteilung Kirchenmusik und arbeitete am „Gotteslob“. Er war Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft, Christliche Kunst und Hymnologie und von 1975 bis 1976 Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Graz. Die Liste der wissenschaftlichen und geistlichen Publikationen des 1999 emeritierten Hochschullehrers umfasst weit über 500 Arbeiten.

Adelheid Picha, geb. in Wien, Künstlerin, Gründerin, Freundin.

Stationen: Musikhochschule, Reinhardtseminar, Volkstheater, Theater in der Josefstadt. Mitbegründerin und Mitgestalterin der AKU (Ausseer Kultursommer) und der Arche am Grundlsee.

Franz Robert Wagner, geb. 1944 im Burgenland.
Ausbildung am Konservatorium Wien. Engagements u.a. in Dortmund, Frankfurt, Hamburg, 1984 Theater in der Josefstadt. Publikumsliebling und „Die Stimme“ in HF und TV. Geehrt als Kammerschauspieler
und Professor.
Renate Linortner, geb. in Bad Aussee.
Studium an der Musik-Uni Wien mit Auszeichnung. Studium Kulturmanagement. Mitglied bei diversen
prominenten Orchestern (Staatsoper, Wiener Philharmoniker),Japan-Tournee als Solistin mit Tokyo-Ensemble. Gründet 2008 Kammerensemble. Renate Linortner leitet Meisterkurse.
Anna Mittermeier, geb. 1992 in Wien.
Studium an der MdW, zahlreiche Meisterkurse. Gastmusikerin bei den Wiener Symphonikern, der Volksoper Wien und dem RSO Wien. Gewinnerin mehrerer Musikwettbewerbe. Sie spielt auf einem Wiener Kontrabass, gebaut um 1760 von J.G. und M. Thier.
Eintrittskarten € 20,-
Karten in den Informations-Büros des Ausseerlandes
Tel: +43(0)664 4221112

KARTEN IN DEN INFORMATIONS-BÜROS DES AUSSEERLANDES,

TEL: +43(0)664 4221112

KULTURVEREIN

Obfrau: Prof. Adelheid Picha

DIE ARCHE AM GRUNDLSEE

GABILLONHAUS, BRÄUHOF 59

8993 GRUNDLSEE

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